Das Einfach Einsteigen Basiskonzept

Das Einfach-Einsteigen-Prinzip

  • Finanzierung von Betrieb und Unterhalt des Nahverkehrs über eine paritätische Umlage
  • Die Hälfte der Umlage zahlen alle volljährigen Bremer*innen, Pendler*innen, Studierenden (weiter als Semesterticket) und Tourist*innen
  • Die andere Hälfte wird über eine Gewinnumlage, die an die Gewerbesteuer geknüpft ist, erhoben.
  • Die Zuschüsse an die Verkehrsunternehmen durch Stadt und Land fallen für Stadt Bremen mit Ausnahme der bisherigen Mittel für das Stadtticket, für die Schülerbeförderung und die Schwerbehindertenbeförderung vollständig weg.
  • Die frei werdenden Mittel aus den bisherigen Zuschüssen werden als Investitionsmittel für den Ausbau des Straßenbahn-Netzes, die Anschaffung neuer Fahrzeuge und den Bau zusätzlicher Haltepunkte im Regio-S-Bahn-Netzes innerhalb Bremens verwendet.

→ Innerhalb Bremens werden keine Tickets mehr benötigt.

→ Die Verkehrsbetriebe können sich auf Breite und Qualität des Angebots konzentrieren.

Wie funktioniert die Finanzierung

Paritätische Finanzierung

Wir streben an, dass der Betrieb und Unterhalt des Nahverkehrs paritätisch von Bürger*innen und Unternehmen getragen wird. Paritätische Finanzierung hat sich seit langem in der Sozialversicherung bewährt. Darüber hinaus profitieren Bürger*innen und Unternehmen von einem attraktiven Nahverkehr.

Wir gehen darüber hinaus davon aus, dass die Fahrgastzahlen steigen und sich das Angebot verbessert. Dadurch steigen die Kosten. Wir kalkulieren deshalb mit einer Kostensteigerung von 30%.

In Zahlen bedeutet das:

Beitrag Bremer*innen: 19,11 Euro pro Monat
Beitrag Pendler*innen: 19,11 Euro pro Monat
Ermäßigter Beitrag: 10,00 Euro pro Monat
Tourist*innen: 3,00 Euro pro Übernachtung

Unternehmen: Umlage auf Gewinnen auf Basis der Gewerbesteuer. De facto Steigerung der Gewerbesteuer von aktuell 16,5% auf 20,2%

Fernverkehrsunternehmen des Bus- und Flugverkehrs zahlen pro beförderter Person 70 Cent bei An- und Abreise

Eine anschauliche Visualisierung findet ihr hier.

Vorteile des Modells

Ökologische Vorteile

  • Weniger Autos verursachen weniger Schadstoffe in der Luft.
  • Weniger Autos verursachen weniger Lärm.
  • Wenn wir weniger Autos in der Stadt haben können Flächen, die aktuell für Parkplätze vorgesehen sind, anders genutzt werden. Beispielsweise für Rad- und Fußwege sowie Grünflächen
  • Weniger Autos verursachen auch weniger klimaschädliches CO2 und helfen so beim Klimaschutz.

Verkehrspolitische Vorteile

  • Weniger Autos bringen mehr Sicherheit für Radfahrende & Fußgänger*innen.
  • Weniger Autos verursachen auch weniger Stau. Dadurch kann der Wirtschaftsverkehr besser fließen und die Menschen, die nach wie vor auf das Auto angewiesen sind, kommen schneller von A nach B.

Soziale Vorteile

  • Entlastung einkommensschwacher Haushalte, denn die aktuellen Kosten für den ÖPNV werden deutlich reduziert. Insbesondere Familien profitieren, da bis 18 Jahre keine Abgabe bezahlt werden muss.
  • Verbesserte Jobchancen für Arbeitslose, da sie ihren „Suchradius“ für Stellen erweitern.
  • Steigende Partizipation am gesellschaftlichen Leben, da die bisherigen Ticketpreise sozial Schwache von der Teilnahme an weiter entfernten Aktivitäten abgehalten haben.

Sonstige Vorteile

  • Stärkung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts Bremen
  • Bremen als Vorbild und Vorzeigestadt, die dadurch für Tourist*innen attraktiver wird.
  • Entlastung der Justiz durch Verringerung von Schwarzfahrprozessen und Erzwingungshaft

Der Einfach-Einsteigen-Plan

  • Öffentliche Diskussion und Weiterentwicklung des Basiskonzepts in den kommenden Monaten
  • Senat und Bürgerschaft bringen noch 2019 mit einem Grundsatzbeschluss die Realisierung des Einfach-Einsteigen-Prinzips auf den Weg. Dadurch ist genug Zeit, um neue Fahrzeuge zu beschaffen und den Ausbau des Nahverkehrsnetzes entsprechend dem Verkehrsentwicklungsplan (VEP) voranzutreiben.
  • Verbindung des Einsteigen-Prinzips mit einer Parkraumbewirtschaftung, um den Umstieg auf den Nahverkehr zu befördern und den Ausbau der Fahrradstadt sowie Infrastruktur-Maßnahmen für Fußgänger*innen voranzutreiben.
  • Wenn möglich, können bereits übergangsweise Ansätze zur Attraktivitätssteigerung des Nahverkehrs eingeleitet werden. Beispielsweise eine niedrigere Umlage zur Finanzierung des Einfach-Einsteigen-Prinzips in den Nebenzeiten des Nahverkehrs, Gutscheine für Einrichtungen der Stadt oder für Haushalte, die ihr Auto stilllegen.

→ 2023: Mit dem Inkrafttreten des neuen Nahverkehrsplans heißt es in Bremen Einfach Einsteigen. Der Bremer Nahverker wird ticketlos und bekommt ein deutlich erweitertes Angebot.

Fragen

Wird werden bald noch eine Seite mit häufige Fragen und Antworten erstellen.